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Religionen in China
Die vorherrschenden Religionen in China sind Buddhismus, Daoismus, Islam und Konfuzianismus, wobei letzterer oft eher als philosophische Schule gesehen wird. Desweiteren gibt es vor allem christliche, hinduistische und lamaistsiche Minderheiten.
Seit der Öffnung des Landes gilt in China das Prinzip der Religionsfreiheit, was bedeutet, das offiziell alle anerkannten Glaubensrichtungen (dazu zählen Buddhismus, Daoismus, Islam, protestantisches und katholisches Chirstentum) gleiche Rechte und den gleichen Status genießen.
Da die Grenzen zwischen den unterschiedlichen Glaubensrichtungen teils fließend sind und viele Menschen mehreren Religionen auf die eine oder andere Weise angehören, ist es kaum mögilch zu sagen, wie viele Mitglieder die einzelnen Religionen haben.
Chinesische Religionen
1) Daoismus
Lehre
Das daoistische Gedankengut basiert auf der Vorstellung, dass jeder einzelne danach streben sollte, mit seinem Leben der kosmischen Grundordnung also dem Weg Dao zu folgen. Dieses Dao entspricht auch dem Nichtstun, man soll nach der eigenen Natur leben und dadurch zu einer Übereinstimmung mit dem Dao gelangen, sich also nicht gegen das Dao stellen. Dadurch erhält der Mensch die Kraft, die weltichen Unterschiede zu überwinden und den idealen Seinszustand zu erreichen. Das daoistische Leben ist voll Einfachheit, Reinheit, Harmonie mit der Natur und sich selbst. Wobei die Natur einen höhrern Stellenwert einnimmt, als das Leben des einzelnen Menschen, weshalb es so wichtig ist, dem Naturprinzip Dao zu folgen.
Geschichte
Die Lehre des Daoismus begründet sich in erster Linie auf den im 3. Jahrhundert vor Christus entsandenen und Laotse, sowie Tschuangtse zugeschriebenen Texten, und greift somit das Gedankengut der Zhou-Dynastie auf. Die tatsächliche Existenz beider Persönlichkeiten ist jedoch unklar. Da beide Texte sehr unpräzise sind, wurden sie in den folgenden Jahrhunderten häufig unterschiedlich interpretiert und eingeordnet.
Erst wesentlich später entstand dann eine religiöse Organisation, die man als Daoismus bezeichnen könnte und die in erster Linie die oben genannten Schriften und ihre Interpretationen als kanonische Schriften zusammenfaste, was durch Zhang Daoling geschah, der später durch seine Anhänger als Himmelsmeister verehrt wurde und somit die Organisation des Daoismus begründete.
Der Daoismus stand im Laufe der chinesischen Geschichte häufig in Konkurrenz mit dem Buddhismus und wurde dementsprechend teils durch die Kaiser unterstützt, teils aber auch verfolgt.
Heutige Erscheinung in China
Im heutigen China haben sich sehr viele unterschiedliche Gruppierungen des Daoismus entwickelt die ihre Religion unterschiedlichst ausleben, darunter auch einige sektenartige und weniger orthodoxe Bewegungen.
Insgesamt gibt es rund 3000 daositsche Heiligtümer, mit mehr als 25.000 Nonnen und Mönchen. An Festtagen wie zum Beispiel dem Laternen fest sind viele der Heiligtümer gut besucht, was darauf schliessen lässt, das die Religion auch im Volk noch weit verbreitet ist.
2) Konfuzianismus
Lehre
Die Lehre des Konfuzianismus beruht zum Großteil auf den 5 Beziehungen: der Beziehung zwischen Vater und Sohn, Herrscher und Untertan, Ehemann und Ehefrau, älteres und jüngeres Geschwisterteil, Freund und Freund. Diese Beziehungsstrukturen beruhen laut Konfuzius in erster Linie auf einem Hierarchieverhältnis der Unter– bzw. Überordnung.
Desweiteren gibt es 5 Tugenden, die der Mensch befolgen sollte, um die wirkiche Menschlichkeit zu erlangen.
Geschichte
Konfuzius, auf den die Lehren der gleichnamigen Philosophie zurückgehen, lebte um ca. 500 vor Christus. Ursprünglich waren seine Schriften als Hilfen für Herrscher zur Staatsführung gedacht. Aus seinen und anderen Werken, entstand schliesslich zu Zeiten des Neokonfuzianismus ein Kanon aus Büchern und mit der weiter gehenden Interpretation und Auslegung der Texte das immer klarer strukturierte Gedankengebäude des Konfuziansimus.
Während seiner Entwicklung diente der Konfuziansimus verschiedenen Dynastien als Staatsreligion und wurde als Gesellschaftsordnung im Interesse der Herrscher genutzt.
Heutige Erscheinung in China
Das konfuzianische Gedankengut und das daraus entstandene patriarchische Staatssystem hat China und viele andere Bereiche des asiatischen Raums nachhaltig geprägt. Auch heute noch lassen sich viele gesellschaftliche Erscheinungen auf die alten Lehren zurückverfolgen.
Wer in China unterwegs ist, wird auf zahlreiche Konfuziustempel stossen, die an den grossen Gelehrten von Einst erinnern und seine Lehren aufrechterhalten sollen. Auch sein Geburtshaus wird verehrt und von zahlreichen Touristen besucht.
Fremde Religionen
1) Buddhismus
Lehre
Der Buddhismus hat viele verschiedene Richtungen entwickelt, deren Lehren sich voneinander unterscheiden. Der Grundgedanke ist jedoch identisch.
Als “Gründer” des Buddhismus gilt Prinz Siddharta Gautama, der als erster das Nirvana erreichte und somit zum Buddha, dem Erwachten wurde. Auf seinen Erkenntnissen basieren die 4 Wahrheiten des Buddhismus: die Wahrheit vom universalen Leiden, die Wahrheit von der Entstehung des Leidens, die Wahrheit von der Aufhebung des Leidens und die Wahrheit vom Weg zur Aufhebung des Leidens. Nach buddhistischer Vorstellung wird der Mensch entsprechend dem Leben, das er geführt hat solange wiedergeboren, bis er würdig ist das Nirvana zu erreichen und somit den Kreislauf aus Wiedergeburten zu durchbrechen und endgültig Frieden zu erreichen.
Geschichte des Buddhismus in China
Der Buddhismus gelangte im 1. Jahrhundert aus Indien über Zentralasien nach China und viel dort vor Allem während der Sui und Tang Dynastien (6.-10. Jahrhundert) auf fruchtbaren Boden, so dass er sich trotz beträchtiger Widerstände gegen den Konfuzianismus durchsetzen konnte und verschiedene Richtungen entwickelte. Der Buddhismus wurde jedoch nie zur führenden Religion sondern war immer eher eine zusätzliche philosophische Strömung die selber sinisiert wurde aber auch das Denken der Chinesen veränderte.
Nach seiner Blütezeit wurde der Buddhismus jedoch zurückgedrängt und teilweise sogar heftig bekämpft. Dennoch prägte er auch das konfuzianische Denken, das ihm folgte. Letztendlich konnte sich das buddhistsiche Gedankengut in China bis heute halten und wird jetzt wieder kultiviert.
Heutige Erscheinung in China
In China gibt es bis heute zahlreiche Buddhisten in fast allen Bevölkerungsschichten, vor allem aber bei den Han, den Mongolen, den Tibetern und Mandschuren.
Es lassen sich unzählige heilige Stätten, Tempel, Klöster, buddhistische Grotten, Reliquien und Kulturschätze finden, die zum nationalen Erbe Chinas zählen.
Zur Zeit sind rund 3000 Tempel und Klöster sowie über 1000 kleinere buddhistische Anlagen der Öffentlichkeit zugänglich. Mehr als 30.000 Mönche und Nonnen leben dort ihrem Glauben gemässs.
2) Islam
Geschichte des Islams in China
Der Islam erwies sich als eine der jenigen fremden Religionen, die sich in China dauerhaft durchsetzen konnten. Im 7. und 8. Jahrhundert gelangte der Islam zum einen über die Seidenstrasse und zum anderen über den Meerweg nach China. Während der religiös äußerst tolleranten Mongolenherrschaft über China (13. und 14. Jahrhundert), konnte sich der Islam in China weiter ausbreiten. Die Mogolen arbeiteten mit vielen islamischen Kaufleuten und Beamten zusammen, von denen sich so manche in China niederliessen.
Auch in den darauffolgenden Dynastien, wurden die Nachfahren der islamischen Kaufleute in China akkzeptiert und schon bald nicht mehr als Ausländer sondern als Chinesen gesehen.
Heutige Erscheinung in China
Der Islam ist in China heute noch weitverberitet - vor allem aber nicht nur im Norden - und hat ungefähr 15 Millionen chinesische Anhänger. Zehn der 56 chinesischen Minoritäten bekennen sich zum Islam, unter anderem die Hui Minorität, die weit über das Land verteilt ist.
In zahlreichen Städten gibt es auch heute noch muslimische Viertel und Moscheen, in denen großen Gemeinschaften leben. Das bekannteste Beispiel ist wohl Xian mit seinem traditionell moslemischen Viertel und der Großen Moschee.
Reisen nach Mekka werden von der chinesisch-moslemischen Vereinigung organisiert, die in den 50ern gegründet wurde.
3) Christentum
Geschichte des Christentums in China
Es gab verschiedene Wellen der Verbreitung des Chirstentums in China. Am erfolgreichsten waren wohl zunächst Matteo Ricci und seine Nachfolger im 17. Jahrhundert. Durch den Ritenstreit in Europa wurde diese Welle der Missionierung jedoch aprupt beendet.
Mit dem Opiumkriegen kamen die nächste Welle an Missionaren ins Reich der Mitte.
Insgesamt lässt sich sagen, das christliche Missionare nur solange erfolgreich waren, wie sie sich an der chinesischen Kultur orientierten, und somit eine Sinisierung des Christentums zuliessen. Es gibt viele Widersprüche zwischen christlichen und typisch chinesischen Vorstellungen. Dementsprechend schwer viel die Missionsarbeit und häufig liessen sich Chinesen taufen, ohne wirklich chrisliches Gedankengut anzunehmen.
Heutige Erscheinung in China
Seit den 80er Jahren unseres Jahrhunderts hat sich das Christentum in China relativ schnell entwickelt. Innerhalb von 10 Jahren wurden ca.10 Millionen Bibeln gedruckt. Gegenwärtig ist das Ansehen des Christentums in den Augen der Bevölkerung und besonders auch unter den Intellektuellen gewachsen. Jedoch handelt es sich hierbei um eine sinnisierte Form des Christentums.
Ausländische Christen können im Rahmen der Bestimmungen am Gottesdienst in chinesischen Kirchen teilnehmen.
Die christliche Kirche in China ist ein wichtiger Bestandteil der Ökumenischen Bewegung. Sie bemüht sich um einen Austausch mit den Kirchen anderer Länder und trägt ihren Teil zur Bereicherung der Ökumenischen Bewegung bei.
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