Unter dem Namen Felsskulpturen von Dazu fasst man verschiedene Steingravuren, Skulpturen, Inschriften und Grotten zusammen, die in den steilen Hängen des Kreises Dazu nahe der Stadt Chongqing auf einer Fläche von 1400m" zu finden sind. Man kann heute noch ihre Prägung durch das daoistische, konfuzianischtische und buddhistische Gedankengut früherer Zeiten erkennen.
Geschichte
Die Geschichte der Felsskulpturen lässt sich bis auf das 7. Jahrhundert zurückverfolgen. Bereits damals, zu Zeiten der frühen Tang Dynastie, begann man mit den ersten Steinmetzarbeiten. Den Höhepunkt erreichte die Arbeit im späten 9. Jahrhundert. Zu dieser Zeit förderte der Präfekt von Changzhou die Schnitzereien am Berg Beishan, wodurch auch Beamte, Angehörige der Obrerschicht und Mönche aber auch das einfache Volk angeregt wurden, seinem Beispiel zu folgen. Auch im 12. Jahrhundert - zu Zeiten der Song Dynastie - beschäftigten sich vor allem Mönche sehr intensive mit den Skulputren und Schnitzereien.
Bereits 1961 wurden die Steinschnitzereien der Berge Beishan und Baodingshang zur Denkmalliste der Volksrepublik China hinzugefügt.
1999 wurde die Gegend mit ihren ca. 50.000 Statuen und mehr als 100.000 Inschriften und Epigraphen dann zum UNESCO Welterbe ernannt.
Beishan
Diese Stätte liegt 2 km nordwestlich des Dorfes Dazu. Hier können unter anderem Statuen des Samantabhadra Buddhas bestaunt werden. Auf einer 300m langen Felswand finden sich mehr als 10.000 Skulpturen, die meist den tantrischen Buddhismus zum Thema haben.
Baodingshan
Der Berg Baoding liegt 15 km nordöstlich des Dorfes Dazu und besteht aus 13 Gruppen von steingeschnitzten Figuren, insgesamt fast 10.000 Skulpturen. Auch hier ist ein eindeutig buddhistischer Charakter zu erkennen. Viele der Skulputren gehen vermutlich auf den Mönch Zhao Zhifeng zurück, der dieser Arbeit sein Leben widmete. Besonders ins Auge fällt der Avalokitesvara mit tausend Armen (tatsächlich sind es 1007 Arme).
Shizhuanshan
25 km südwestlich von Dazu findet sich hier eine Kombination aus buddhistischen, daoistischen und konfuzianischen Themen. Diese Stätte entstand vermutlich Ende des 11. Jahrhunderts. Die Kombination der verschiedenen Schulen ist sehr ungewöhnlich.
Shimenshan
Diese Stätte liegt 20 km östlich des Dorfes und verbindet buddhistische und daoistische Themen. Zusätzlich zu den Steinfiguren gibt es auch einige Inschriften und Erläuterungen. Dieser Ort entstand in der ersten Hälfte des 12. Jahrhundert.