Das Kloster der Seelenzuflucht (auf chinesisch Lingyin Temel) liegt ein paar Kilometer nordwestlich des Westsees und ist einer der zehn bekanntesten buddhistischen Tempel Chinas.

Er wird noch heute als Forschungsort genutzt, um mehr über die Geschichte des chinesichen Buddhismus zu erfahren, ist aber auch ein beliebtes Ziel bei in- und ausländischen Touristen.
Geschichte
Das Kloster, das zum Tempel gehört wurde 328 n. Chr. von einem der ersten indischen Missionare gegründet. Der Legende nach entschied er sich für diesen Ort, weil er den Berg für einen dorthin geflogenen heiligen Gipfel aus seiner Heimat hielt.
Während der Phase der Buddhistenverfolgung im 9. Jahrhundert wurde der Tempel zerstört, jedoch anschließend wieder aufgebaut. Im 10. Jahrhundert erlebte er seine Blütezeit. Zu jener Zeit sollen ca. 3000 Mönche in dem Kloster gelebt haben.
Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Anlage ein weiteres Mal vollständig zerstört, diesmal im Rahmen des Taiping Aufstandes. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde der Tempel jedoch wieder aufgebaut.
Vermutlich dank der schützenden Hand des damaligen Premierministers Zhou Enlai, fiel das Kloster während der Kuturrevolution nicht in die Hände der Roten Garden, sondern blieb erhalten. Das Kloster ist seit 1971 wieder geöffnet.

Die einzigen Reste, die tatsächlich noch aus dem 10. Jahrhundert erhalten sind, sind zwei Sutrensäulen und eine beschädigte Steinpagode, alle anderen Gebäude sind in den letzten 140 Jahren entstanden.
Kloster
Wer das Kloster besuchen will, spaziert zunächst an über 400 in den Fels gehauenen buddhisitschen Skulpturen aus der Zeit zwischen dem 10. und 14. Jahrhundert vorbei. Dabei sollte man vor allem auf den Lachenden Buddha schräg gegenüber des Eingangs achten!
Wenn man die Klosteranlage betritt wird man vor allem auf die fünf großen Hallen aufmerksam werden.
Die Halle des Großen Helden ist die Haupthalle des Klosters. Sie entstand in den 1950er Jahren und beherbergt eine hölzerne Skulptur des Shakyamuni Buddhas, welche ebenfalls aus dieser Zeit stammt. Man beachte auch die hinter der Statue gezeichnete Reliefszene, die die Geschichte des Prinzen Sudhana zeigt
In der Halle der Himmelskönige findet sich eine Maitreya Figur aus der Song Dynastie, die von vier Wächtern, den vier Himmelskönigen, umgeben ist.
Außerdem lohnt es sich noch die 1991 fertiggestellte Halle des Medizinbuddhas, deren Figuren die chinesichen Tierkreiszeichen darstellen, zu besuchen.